Musik-Tipp – Jarre: Amazônia

Bäume rascheln, Vögel singen, Wasser rauscht: Das klingt beim ersten Lesen kitschig, vielleicht sogar nach beschönigender Korrektur der Wirklichkeit.

Bäume rascheln, Vögel singen, Wasser rauscht: Das klingt beim ersten Lesen kitschig, vielleicht sogar nach beschönigender Korrektur der Wirklichkeit.

Tatsächlich geht es dem Fotografen Sebastião Salgado darum, eine Wirklichkeit zu zeigen, die genau so ist, wie eingangs beschrieben. Die Musik zu seiner Ausstellung liefert kein Geringerer als Jean-Michel Jarre.

Die Parallelen sind verblüffend: Salgado bereiste die Region des brasilianischen Amazonas sechs Jahre lang, in dieser Zeit sind 200 Exponate für die Ausstellung entstanden. Jarres akustische Reise dauert 52 Minuten, und sie korrespondiert vorzüglich mit Salgados Anliegen.

Für den Multi-Instrumentalisten Jarre ist sein neues Werk nicht zuletzt ein neues Kapitel in seiner Karriere: Mit Welterfolgen wie „Oxygene“ und „Equinoxe“ zeigte er als junger Künstler die faszinierenden Möglichkeiten elektronisch erzeugter Musik. Nun geht es ihm um natürliche Klänge, mit musikalischen Mitteln erzeugt. Das erinnert an Stevie Wonders Monumentalwerk vom „Journey Through The Secret Life Of Plants“ von 1979, zeugt aber mehr noch von Jarres persönlicher Überzeugung: Er ist seit 1993 Unesco-Botschafter und wirbt als solcher u. a. ausdrücklich für den Naturschutz. Als Unesco-Botschafter weiß er natürlich darum, wie bedroht die reine Natur an vielen Orten der Erde ist. Auch vor dem Hintergrund darf man sein neuestes Opus gerne hören.

Jean-Michel Jarre: Amazônia (Columbia)